Die drei häufigsten Fehler, die Auftraggeber begehen
Der Bau einer Industriehalle ist ein hochwertiges Investitionsprojekt, bei dem fehlerhafte Entscheidungen oder undurchdachte Details schwerwiegende Folgen haben können. Basierend auf unseren Erfahrungen haben wir im Folgenden die drei häufigsten Fehler von Auftraggebern zusammengetragen und aufgezeigt, wie diese vermieden werden können, um unnötige Kosten und Verzögerungen zu verhindern.

1. Automatische Wahl des günstigsten Angebots
Es gibt zahlreiche Berichte darüber, dass ein Investor dem günstigsten Angebot nicht widerstehen konnte, das Projekt am Ende jedoch genau dadurch am teuersten wurde und sich zudem erheblich verzögerte. Leider gibt es unethisch handelnde Unternehmen, die Kunden mit einem billigen Angebot gewinnen; während der Bauausführung tauchen dann schrittweise immer neue Ausgaben auf, deren Gesamtsumme schlussendlich höher liegt als die ursprünglichen Angebote anderer Firmen. Denkkbar ist auch, dass der Betrag selbst zwar nicht steigt, jedoch minderwertige Materialien verbaut und günstige, aber unqualifizierte Arbeitskräfte eingesetzt werden. Das bedeutet natürlich nem automatisch, dass das günstigste Angebot nicht gut sein kann, aber Vorsicht ist geboten.
Empfehlung:
Es empfiehlt sich, die Angebote in standardisierter Form mithilfe eines unbepreisten Leistungsverzeichnisses zu vergleichen. Dieses unbepreiste Leistungsverzeichnis wird von Ihrem Planer mit detaillierten technischen Inhalten, genauen Parametern und Qualitätsanforderungen erstellt. Ist dieses hinreichend präzise, lässt sich ausschließen, dass der Bauunternehmer später mit unerwarteten Positionen aufwartet.
Es wird empfohlen, einen technischen Prüfer zu beauftragen, der Ihre Interessen vertritt und während der Bauausführung fortlaufend kontrolliert, ob tatsächlich die vorgeschriebenen Materialien in der entsprechenden Qualität verbaut werden.
Wichtig ist auch ein detaillierter und korrekter Vertrag, der Ihre Interessen schützt.
Fordern Sie den Haftpflichtversicherungsnachweis des Unternehmens an; jedes Bauunternehmen muss über einen solchen verfügen.
Zudem lohnt es sich zu prüfen, welche Referenzen das jeweilige Unternehmen vorweisen kann und wie korrekt und offen seine Haltung in den initialen Abstimmungen ist.
2. Nicht vollständig geklärte Anforderungen
Wenn der Investor seine Anforderungen im Vorfeld nicht detailliert genug durchdenkt, können während der Bauausführung Änderungswünsche aufkommen, die Umplanungen, Kostensteigerungen und Terminverzögerungen verursachen. Noch höhere Zusatzkosten entstehen, wenn sich erst nach der Bauausführung oder gar im täglichen Betrieb herausstellt, was tatsächlich benötigt würde. Dies können beispielsweise eine größere Grundfläche, eine größere lichte Höhe, mehr Tore, eine die Arbeitsabläufe besser unterstützende Gestaltung, eine bessere Beleuchtung, eine höhere Medienkapazität und vieles mehr sein.
Empfehlung:
Modellieren Sie Ihre täglichen Prozesse im Rahmen der Möglichkeiten im Voraus und überlegen Sie, welche technischen Inhalte diese optimal unterstützen würden. Wir haben eine Übersicht erstellt, die unseren Auftraggebern dabei hilft, im Vorfeld zu durchdenken, welche Aspekte berücksichtigt werden sollten.
3. Wahl des falschen Grundstücks
Nicht jedes Unternehmen bedenkt in aller Ausführlichkeit, wie wichtig das Grundstück ist, obwohl es den Erfolg der Investition auf grundlegender Ebene bestimmt. Ein attraktiver Preis oder Zeitdruck können leicht dazu führen, dass der Investor ein Areal erwirbt, das letztlich nicht für die geplante Nutzung geeignet ist. Eine unpassende Widmung, fehlende Erschließung, mangelnde Erweiterungsmöglichkeiten, schlechte Erreichbarkeit oder unzureichende Bodenverhältnisse können sowohl während der Bauausführung als auch beim späteren Betrieb zu erheblichen Mehrkosten und Zeitverlusten führen.
Empfehlung:
Wir haben eine Checkliste mit den Kriterien erstellt, anhand derer das jeweilige Grundstück vorab geprüft werden sollte. Zudem empfehlen wir selbst konkrete Baugrundstücke.
